Allgemeines

Nach Meyers Lexikon beinhaltet der Arbeitsschutz alle Maßnahmen gegen eine physische, seelische und geistige Gefährdung des Menschen aus beruflicher Beschäftigung. Dazu gehören nicht nur die Verhütung von Arbeitsunfällen und Beruftskrankheiten, sondern auch die Regelung der Arbeitszeit, Kinder- und Jugendlichenschutz, Frauen- und Mutterschutz sowie Lohnschutz.

Arbeitsschutz bedeutet nicht nur eine Regelung in unzähligen Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften, sondern ein aktives Miteinander im Betrieb, wobei der Mensch an erster Stelle steht. Dazu gehört das Einbinden aller Mitarbeiter/innen in betriebliche Entscheidungsprozesse (auch und besonders der Fachkraft für Arbeitssicherheit), die Achtung der Mitarbeiter/innen und deren Fähigkeiten bei Hervorhebung von besonderen Leistungen, Respekt vor ihrem Wesen und ihrer menschlichen Würde, Anspornung zu Höchstleistungen (damit meine ich keinen Drill), gut funktionierende Kommunikation, hohes Verantwortungsgefühl der Vorgesetzten für ihre Mitarbeiter/innen. Das fachliche Potential der betrieblichen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitsmediziner wird effektiv genutzt, indem sie in alle Prozesse und Informationsvorgänge eingeschaltet werden.

Leider sieht die Wirklichkeit in vielen Fällen anders aus.

Zur Geschichte der Arbeitssicherheit

Die Geschiche des Arbeitsschutzes beginnt dort, wo die Geschichte der Arbeit als "bezahlbares Gut" beginnt, also vornehmlich in den Zeiten der Industrialisierung. Die Arbeitsbedingungen zu den Zeiten müssen wahrlich haarsträubend gewesen sein, gemessen an unserem heutigen Sicherheitsstandard. Nicht nur Erwachsene mußten oft mehr als 20 Stunden täglich arbeiten, auch Kinder wurden zur harten und körperlichen Arbeit herangezogen. In England entwickelten sich mit der staatlichen Sozialpolitik die ersten Schutzmaßnahmen (Arbeitsverbote für Kinder unter 9 Jahren und Arbeitszeitbeschränkungen für Frauen), später wurde auch für Männer die Arbeitszeit beschränkt. Ganz abgesehen davon waren die Arbeitnehmer weder sozial noch sonstwie abgesichert. Später entwickelte sich dann der staatliche Versicherungsschutz: Krankenversicherung, Unfallversicherung, Altersversicherung.

Damals war man grundsätzlich der Meinung, daß für körperliche Schäden, bedingt durch die Arbeitsbedingungen, allein der Arbeitnehmer die Schuld trüge...eine auch heute noch in manchen Betrieben sich hartnäckig haltende Auffassung. Der Arbeitnehmer hat dann eben nicht sorgfältig genug gearbeitet...

Doch schon in jener Zeit erkannten aufmerksame Zeitgenossen, daß immer häufiger bestimmte Krankheitsbilder bei Personen gleichen Berufes auftraten. Die Ursache der Krankheiten in der Arbeit zu suchen, lag nahe. Auch die Unternehmer erkannten bald, daß man die Menschen nicht bis zum Umfallen ausbeuten sollte, denn durch Krankheit fielen sie als wichtiger Produktionsfaktor ja aus. Wenn die berufsbedingten Personenschäden und daraus resultierenden Arbeitsausfälle zurückgingen, würde der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens steigen. Hier liegt die eigentliche Triebfeder für die Entwicklung zum modernen Arbeitschutz.

Die wichtigsten Gesetzestexte zur Arbeitssicherheit

Unten aufgeführt sind, kurz erläutert die in Deutschland wichtigsten Gesetze zur Arbeitssicherheit. Den genauen Gesetzestext kann man in entsprechender Literatur nachlesen:

1. Arbeitsstättenverordnung ArbStättV Am 20.3.1975 in Kraft getreten. Regelt die menschengerechte Einrichtung von Verkehrswegen, Arbeitsstätten, Aufenthaltsräumen und sanitären Einrichtungen.
2. Arbeitsschutzgesetz ArbSchG Am 7.8.1996 in Kraft getreten. Umsetzung der EG-Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz und 2 weiterer Richtlinien in nationales Recht zur Verbesserung des Arbeitsschutzes.
3. Gerätesicherheitsgesetz GSG In Kraft getreten 1969, Neufassung vom 1.1.1993. Gefahren und Belastungen durch Maschinen sollen schon bei der Konstruktion und Herstellung ausgeschaltet werden. Geprüfte Maschinen tragen das GS-Zeichen, geprüfte Sicherheit.
4. Gefahrstoffverordnung GefStoffV Verordnung zum Inverkehrbringen von und zum Umgang mit gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz, in Kraft getreten 1986. Übergeordnetes Gesetz ist das Chemikaliengesetz ChemG
5. Arbeitssicherheitsgesetz ASiG Regelt die Aufgaben der Betriebsärzte und der Fachkräfte für Arbeitssicherheit
6. Bildschirmarbeitsverordnung BildSchArbV Bei der Vielzahl von Bildschirmarbeitsplätzen wurde eine EG-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt.